Mittwoch, 24. Mai 2017

Trumps erste Auslandreise - ein Kommentar

Was für Tage!
Am Freitag reiste der amerikanische Präsident Donald Trump zum ersten Mal (als solcher) mit seiner Familie (seiner Frau Ivanka, seiner Tochter Ivana und seinem Schwiegersohn Jared Kuschner, die vom Oberrabiner der orthodoxen Lubawitsch-Sekte einen extra Dispens für den Sabbath bekamen) und Vertretern des militärisch-industriellen Komplexes ins Ausland.
Sein erstes Ziel war Riad, die Hauptstadt Saudi Arabiens. Er traf sich mit dreißig hohen Persönlichkeiten, zum Teil Staatschefs islamischer Staaten, zu einer Islam-Konferenz. In dieser rein sunnitischen Konferenz wurde in Verdrehung der Tatsachen[1] der schiitische Staat Iran als Haupturheber des islamistischen Terrors angeklagt. Die Saudis akzeptierten, dass Frau Trump, die gebürtige Slowenin Ivanka, ihre Haare nicht mit einem Kopftuch bedeckte.
Trump machte mit den kriegslüsternen[2] saudischen Monarchen einen Waffendeal im Umfang von ca. 300 Milliarden Dollar.
Am Montag reiste der Trump-Tross weiter nach Israel. Donald Trump betete als erster amerikanischer Präsident am heiligsten Ort des Judentums, an der Klagemauer. Dabei betonte er, dass er dies als Privatmann tue. Er steckte sogar ein Briefchen an Gott in die Ritzen der Steine des Überrestes des zweiten Jerusalemer Tempels, wie es bei frommen Juden Brauch ist. Auch im mindestens ebenso wichtigen jüdischen Heiligtum Yad Vaschem verweilte er länger als geplant, nämlich nicht nur zehn, sondern (nach Kritik aus jüdischen Kreisen) ganze 30 Minuten. Mit dem Ministerpräsidenten besprach er unter Ausklammerung der illegalen, aber von der Knesseth unlängst „legalisierten“ israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland den Friedensprozess im „Heiligen Land“ und traf dann tatsächlich trotz kritischer Stimmen von jüdischen Kreisen Palästinenserpräsident Abbas in Bethlehem.
Heute nun trifft der nicht besonders katholische amerikanische Geschäftsmann mit pfälzischen Wurzeln Papst Franziskus in Rom. Seine Bibelunkenntnis hat Donald Trump bereits dokumentiert, als er statt vom zweiten Korintherbrief von den „zwei Korinthern“ gesprochen hat.
Morgen nun wird er in die „wunderbare Stadt“ Belgien zum NATO-Gipfel reisen und sich dabei sogar ins „Höllenloch“ Brüssel wagen (Originalton Trump).
Soviel zur Karikatur eines Staatsmannes, der angetreten war, den kleinen Leuten Amerikas wieder eine Stimme zu geben, aber im Grunde nur seine eigene raue Stimme liebt und der in Wirklichkeit bis heute Geschäftsmann geblieben ist und deshalb mit allen anderen Politikern am liebsten „Deals“ machen möchte.
Während der 45. Präsident der USA heute mit Rom die dritte heilige Stätte der Welt betritt und damit seine Rundreise zu den drei monotheistischen Weltreligionen erst einmal beendet, bevor er ins „Höllenloch“ Brüssel springt, beginnt heute in Berlin der  36. Evangelische Kirchentag unter dem Motto „Du siehst mich“.
Wenn man diesem Motto aus 1. Mose 16, 13 nachspürt, so kommt man zur Magd Hagar, die mit ihrem Sohn Ismael[3] in der Wüste an einem Brunnen „zwischen Kadesch und Bered“ rastet und dort die Stimme des Engels des Herrn hörte. Sie sagt darauf hin: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“
Über dieses Motto räsonierte heute Morgen im „Kulturgespräch“ des Senders SWR2 auch der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa (den ich sehr schätze). Er wird auch auf dem Kirchentag auftreten. Es geht in dem Kulturgespräch um die Frage, warum sich heute so viele Menschen von der offiziellen (und „alternativlosen“) Politik abwenden, und er hat eine für mich stimmige Antwort:[4] Er behauptet, dass die „Demokratie in der Krise“ sei, weil sich die Menschen von den Politikern nicht mehr gesehen und nicht mehr gehört fühlen.
Der „Resonanzdraht zwischen Bürger/innen und Politik sei verloren gegangen“.
Wie er wieder belebt werden kann, ist die spannende Frage der Zukunft.



[1] Das wahabitische System Saudiarabiens unterstützt verschiedene terroristische „Rebellengruppen“ in Syrien
[2] Die saudische Luftwaffe bombardiert seit Monaten Ziele im Jemen und finanziert – verdeckt oder offen – Al Kaida und Al-Nusra.
[3] Ismael ist der Stammvater der semitischen Völker Arabiens, die später durch den Propheten Mohamed zum Islam „konvertiert wurden“.

Samstag, 20. Mai 2017

"Illegale Kriege" - ein Vortrag von Daniele Ganser in Heilbronn am 20. Mai 2017

Gestern war ich mit einer Bekannten in Heilbronn. 
Der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser sprach dort in der"Harmonie" über zwei Stunden lang in freier Rede über "Die illegale Kriege der USA und die Antwort der Friedensbewegung" und hat sich dabei auf ein Kapitel seines neuesten Buches ("Illegale Kriege") beschränkt: die Kubakrise.
Den Vortrag, sagt er, habe er vor ein paar Wochen schon einmal gehalten, und zwar im Rudolf-Steiner-Haus in Hamburg. Dort sei er aufgezeichnet worden und er würde, mit allen „Slides“, demnächst bei KFM (Ken Jebsen) veröffentlicht. 
Dieses Mal war – was ich gut fand – keine Kamera dabei, und Daniele Ganser konnte auch ein paar private Dinge einfügen, so zum Beispiel, wie wichtig es ist, dass man einen Menschen an der Seite hat, der einen versteht und einem Mut macht, wenn die Angst vor Repressalien aufkommt, weil man Dinge erforscht, die manche stören.
Der Saal war voll. Ich weiß nicht, wie viele Menschen in die „Harmonie“ passen, aber es waren gewiss über tausend. Zum Schluss mussten sogar einige noch stehen. Veranstaltet wurde der Vortrag von einer politischen Partei, die sich „Die Violetten“ nennt.
Es waren neben besorgten Bürgern besonders viele junge Leute anwesend, alles schöne Menschen, die nur eine Sehnsucht haben: Frieden auf Erden. 
Gleichzeitig mit Daniele Ganser agierte in Saudi-Arabien die Gegenseite: Donald Trump unterzeichnete mit den Saudis einen Waffen-Deal im Wert von 110 Milliarden Dollar, den „größten einzelnen Rüstungsdeal der US-Geschichte.“[1]
Wie massiv die amerikanische Administration lügt und gelogen hat, das wusste ich schon. Die amerikanische Geschichte ist durchsetzt von Tricks und Lügen. Nur selten werden diese Lügen einer größeren Öffentlichkeit bekannt, wie zum Beispiel durch die Watergate-Affäre unter Richard Nixon oder die schnell aufgedeckte Mär von den angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak als Begründung für den Irak-Krieg.
Die Lüge ist in diesem Land seit den unzähligen Vertragsbrüchen mit den Ureinwohnern das vorrangige politische System, gegen das sich eine weltweite Friedensbewegung seit den Protesten gegen den Vietnamkrieg bisher (äußerlich) relativ erfolglos gewehrt hat.
Daniele Ganser weist immer wieder darauf hin, dass es laut UN-Charta den 193 Mitgliedsstaaten verboten ist, Angriffskriege zu führen. 
Die meisten der US-Kriege der letzen 72 Jahre waren in diesem Sinne illegale, das heißt völkerrechtswidrige Kriege. Ich kenne keinen, der legal gewesen wäre. Zu den offiziellen Kriegen muss man auch die verdeckten Operationen der US-Geheimdienste in aller Welt rechnen, wie zum Beispiel 1953 im Iran, 1954 in Guatemala oder 1973 in Chile, um nur einige, inzwischen gut erforschte zu nennen. Aber nicht nur die USA, die mit 42 Militärstützpunkten und zehn Flugzeugträgern weltweit mit großem Abstand das mächtigste „Imperium“ der Gegenwart darstellen, haben illegale Kriege geführt, sondern zum Beispiel auch Großbritannien und Frankreich, die 1956 im Verbund mit Israel Ägypten angriffen. Man könnte die Liste der illegalen Krieg, die seit dem Zweiten Weltkrieg geführt wurden, beliebig verlängern.
Daniele Ganser macht klar, dass diese Kriege nur im Interesse von einem Prozent der Weltbevölkerung geführt werden, während sich die meisten Mütter und Väter nichts lieber als Frieden wünschten.
Diese „Masters of War“ (Bob Dylan) sind die eigentlichen Massenmörder auf dieser Welt, und sie verdienen gut am Massenmord.


Daniele Gansers mutiger und durch Quellenmaterial gut fundierter Vortrag dauerte mit Pause zweieinhalb Stunden. Keiner verließ den Saal. Trotz der fortgeschrittenen Stunde blieben alle bis zum Schluss sitzen und hörten interessiert zu. Es war wichtig, dass der 44-jährige Friedensforscher aus Basel zum Schluss noch einen Eis-Kristall zeigte, um zu betonen, dass die Welt im Großen und Ganzen doch „in Ordnung“ sei, und dass man wegen der angesprochenen Thematik nicht „schwarz“ sehen dürfe. Wenn man erst einmal, wie er, die Angst überwunden habe, dann könne man auch von den „unordentlichen“, menschengemachten Dingen sachlich sprechen. Nur eine starke Friedensbewegung könne das eine Prozent, das am Krieg verdient, vielleicht noch stoppen, bevor es die Menschheit tatsächlich in einen Dritten (und letzten) Weltkrieg lenkt.
Bei der Kubakrise, die vor 55 Jahren beinahe zu diesem Dritten Weltkrieg geführt hätte, konnte der einsichtige US-Präsident John F. Kennedy den Wahnsinn gerade noch stoppen, obwohl seine Generäle ein offensichtliches Interesse an einem  Schlagabtausch mit der Sowjetunion hatten, allen voran General Lyman Lemnitzer[2] und der CIA-Direktor Allen Dulles. Letzterer hatte auch die verdeckte Operation „Invasion in der Schweinebucht“ 1961 zu verantworten und wurde von Kennedy vom Dienst suspendiert. Inzwischen ist es erwiesen, dass sich dieser „Gentlemen“ dafür grausam rächte und den Präsidenten der USA am 22. November 1963 in Dallas, Texas ermorden ließ.
Im Zusammenhang mit dem Warren-Report, der die Hintergründe des Kennedy-Mordes aufklären sollte, wurde von der CIA der Begriff „conspiracy theory“  (Verschwörungstheorie) in die Welt gesetzt, mit dem ausdrücklichen Ziel, alle, die an diesem „Report“ Zweifel anmeldeten, in einen Topf zu werfen, wo sie bis heute stecken: die sogenannten „Verschwörungstheoretiker“,  zu denen seit seinen kritischen Fragen zum dritten Gebäude, das bei den Anschlägen auf die WTC-Gebäude in New York City am 11. September 2001 ebenfalls einstürzte, obwohl es von keinem Flugzeug getroffen wurde, auch Daniele Ganser „offiziell“ gezählt wird.
Wegen dieser Fragen wurde er bereits 2006 auf Druck des amerikanischen Botschafters in der Schweiz aus der ETH-Zürich entlassen, wo er eine Karriere als Historiker angestrebt hatte. Erst kürzlich wurde er auch in einer Sendung des Schweizer Fernsehens („Arena“) wieder vor laufenden Kameras als „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert.
Wenn man den jungen, mutigen Forscher, wie wir gestern Abend in der Heilbronner „Harmonie“, live erlebt, dann bricht dieser Vorwurf in sich zusammen. Daniele Ganser versteht es, einem breiten Publikum aus vorwiegend historischen Laien komplexe geschichtliche Zusammenhänge verständlich zu machen, ohne es zur Gewalt gegen die Regierenden aufzuhetzen. Er lehnt jede Gewalt ab, wie er am Ende seines Vortrages deutlich am Beispiel Che Guevaras, der auch einmal sein Jugendidol war, erläutert. Dieser argentinische Arzt und Kämpfer für die Gerechtigkeit zog im Jahre 1965 nach der erfolgreichen Revolution in Kuba[3] nach Bolivien, um dort ebenfalls eine Revolution zu befördern. Eine Gruppe von 16 Green Berets, einer US-amerikanische „Special Forces“-Einheit (siehe „Rambo“), spürte den charismatischen Revolutionär im Dschungel auf und ermordete ihn.
Seine Hände wurden abgeschnitten und dem US-Geheimdienst als Beweis für den Erfolg der „verdeckten Operation“ vorgelegt: „Mission accomplished“.




[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Lyman_Lemnitzer Wikipedia erwähnt, dass der Vier-Sterne-General mit 14 Dienst-Jahren von allen hochrangigen Militärs am längsten im Generalstab der US-Streitkräfte gedient hat und dass er vor eine Untersuchungskommission zitiert wurde, die die verdeckten illegalen CIA-Operationen aufklären sollte (https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_President%27s_Commission_on_CIA_Activities_within_the_United_States )
[3] Das Freundespaar Che Guevara und Fidel Castro war für meine Generation in den 60er Jahren ein ähnlich bewundertes Vorbild wie die fiktiven Figuren Winnetou und Old Shatterhand in den gleichzeitigen Karl-May-Filmen, die das Hohelied der Freundschaft sangen und den aussichtslosen Verteidigungskampf des „Roten Mannes“ gegen die Übermacht der weißen „Bleichgesichter“ zeigten.

Montag, 15. Mai 2017

Der wahre "Machthaber"

Am Sonntag, den 14. Mai, als ich durch die Gedanken zum Film „French Cancan“ und zu den Liedern von Barbara, gesungen durch Gerard Depardieu, meine Liebe zu Frankreich auszudrücken versucht habe, wurde in unserem schönen Nachbarland der achte Präsident der Fünften Republik „inthronisiert“: Emmanuel Macron. Gestern (15.05.2017) ernannte der neue „Hoffnungsträger" – die ZEIT zeigt ihn in dieser Woche auf ihrer Titelseite als „Heiland“ –  seinen Ministerpräsidenten und machte seine erste Auslandsreise: nach Berlin zu Angela Merkel. Nachdem Großbritannien aus der EU ausgetreten ist, will sich diese nun mit Hilfe der Achse Paris – Berlin, dem neuen „Motor“, erneuern. Mal schaun, ob das gelingt.
Am Samstag, den 13. Mai jährte sich zum 100. Mal die erste von sechs Marienerscheinungen im portugiesischen Dörfchen Fatima. Papst Franziskus ist an den neben Lourdes zweitwichtigsten Wallfahrtsort der katholischen Christenheit gereist, um zwei der Seherkinder, einfache Hirtenkinder, heilig zu sprechen. Die Prophezeiungen, die Maria den drei Kindern machte, betrafen im sogenannten „zweiten Geheimnis von Fatima“ vor allem Russland.
An jenem 13. Mai, dem hundertsten Jahrestag des Wunders von Fatima, gewann eben ein Portugiese mit einem einfachen, gefühlvollen Lied, ganz ohne aufwendige „Show“, den europäischen Songwettbewerb, der in der ur-russischen Stadt Kiew ausgetragen wurde. Dieser sympathische junge  Mann heißt mit Vornamen „Salvador“.
Ist es ein Zufall, dass die beiden Übernamen Christi, „Immanuel“ und „Salvador“ in unmittelbarer Nähe zum Jahrestag der Marienerscheinung von Fatima ins Bewusstsein des wacheren Teiles der Menschheit gehoben wurden!? Wirkt vielleicht die geistige Welt doch einmal wieder hinein in die von vielen Menschen als hoffnungslos erlebte Lage unserer irdischen Welt?
Dass an diesem Sonntag im volkreichsten Bundesland Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, das auch als „Herzkammer“ der Sozialdemokratie bezeichnet wurde, die Christdemokraten die Landtagswahl gewannen, möchte ich ebenfalls als Zeichen sehen, dass es jetzt vielleicht, angesichts der Bedrohungen durch „rechts“ und „links“, zu einer Besinnung der Menschen auf ihre wahren Werte kommt. Der durch die Presse („Spiegel“) zum „Heiligen Ritter Martin“ hochstilisierte Martin Schulz, der mir eher unsympathisch ist, erlebte eine deutliche Niederlage. Er sagt „Gerechtigkeit“ und meint doch „Macht“. Das spüren immer mehr Menschen. Sie wollen solche falschen Propheten von „links“ genauso wenig wie die „Schwarzseher“ von rechts.
Ob der bisher eher unbekannte Christdemokrat Laschet eine bessere Politik durchzusetzen vermag, ist natürlich ungewiss. Ich las gestern zufällig einen Satz, den der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt in einem Spiegel-Interview (am 4. März 1974, Spiegel Nr. 10/1974) aussprach: „Ein Regierungswechsel von der einen Partei zur anderen ist kein Machtwechsel mehr, sondern nur noch ein Schauspiel, denn die wahren Machthaber sitzen anderswo.“

Das kann man negativ, aber auch positiv sehen. Für mich ist immer noch Gott (und nicht etwa der Teufel) der wahre „Machthaber“.

Freitag, 12. Mai 2017

Von "Sündenböcken" und "Unschuldslämmern"

Heute hat meine halbjüdische Freundin Daniele Geburtstag. Ich habe ihr gestern eine Geburtstagskarte geschickt. Als Motiv habe ich eine Reproduktion von der rekonstruierten Malerei aus der Unterlimpurger Synagoge gewählt, die den geöffneten Schrein für die Thora-Rolle zeigt. Dazu habe ich nur ganz wenig geschrieben: „Chere Copine, Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 66. Geburtstag. Dein Freund Johannes“ Dabei habe ich in die Mitte des Textes zwei hebräische Waw-Zeichen gemalt, die „66“ bedeuten. Normalerweise sollte mein Gruß mit der weit geöffneten Tür (meines Herzens) heute ankommen.
Im Zusammenhang mit der Festnahme eines Bundeswehr-Leutnants, der zusammen mit anderen „rechtsextremen“ Freunden einen „terroristischen“ Anschlag auf prominente Politiker geplant haben soll – in den Nachrichten wird er immer nur „Franko A.“ genannt – ist in den Medien und bei den neoliberalen Linken einmal wieder eine Hysterie ausgebrochen und sie schwingen sich auf zu einem geistigen Kreuzzug gegen „Nazi-Symbole“ in der Bundeswehr. Ich kann diese „Hetze“ gegen Deutsche durch die „Unschuldslämmer“ bald nicht mehr hören!
Muss ich eigentlich auch gar nicht.
Mir sind inzwischen alle Zeitungen, von „Welt“ über „FAZ“ bis zur „Süddeutschen Zeitung“ und alle „Politischen Magazine“, insbesondere „Spiegel“ und „Stern“ suspekt. Alle sind nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten gegründet worden und veröffentlichen seitdem nur das, was diese „erlauben“. Bis heute sind sie auf einer Mission: sie wollen die Deutschen „umerziehen“.
Was bei dieser Umerziehung herauskommt, sind Betrügereien wie bei VW und anderen großen deutschen Firmen oder bei der „deutschen Bank“. All diese Institute und Betriebe wurden nach und nach zur „Hyre and Fire“-Mentalität der exklusiven Aktionärsgesellschaften, die allein am Geld interessiert sind, umgemodelt.
Und wer steckt dahinter?
Natürlich die „Finanzmärkte“. Sie bestimmen schon lange die deutsche Politik und es ist vollkommen egal, welche Köpfe uns an der Spitze regieren: es sind nur „Marionetten“ der geldgierigen Dealer an den Börsen dieser Welt.
Und dabei sind wir wieder bei Xavier Naidoo, dem erfolgreichen Sänger, dem in einer massiven Medienkampagne „Rechtsextremismus“ vorgeworfen wird, weil er in seiner Art und Weise nur die Wahrheit sagt. Ich bin kein Fan von ihm. Aber ich kann ihn gut verstehen.

Dann bin ich eben auch ein „Rechtsextremist“.

Samstag, 6. Mai 2017

"Die Freiheit der Kunst" und "Marionetten"

Ich habe eben auf der russischen Rutube-Seite den neuen Song der „Söhne Mannheims“, „Marionetten“, angehört, gegen den sich die Mainstream-Medien im Augenblick „eingeschossen“ haben. Am Freitag kam eine ganzseitige ablehnende Kritik in der Bildzeitung und im Journal am Mittag auf dem Kultursender SWR2 die Kritik des Mannheimer Literaturwissenschaftlers Jochen Nörisch. Beide bliesen in das gleiche Horn: der Song würde „rechtsextreme“ Positionen vertreten. Sowas sei mit der „Freiheit der Kunst“ kaum noch zu vereinbaren, wogegen das Berliner Aktionsbündnis „Zentrum für politische Schönheit“ allenthalben gelobt und auch in Kultursendern beworben wird.
Hier findet nichts anderes, als jene Spaltung der Gesellschaft, die schon auf politischer Ebene unversöhnliche Fronten geschaffen hat, in einem Bereich statt, der eigentlich „frei“ sein sollte: im Bereich der Kunst.
Ich bin lange nicht einverstanden mit manchen ästhetischen Produkten, die heute im Namen der Kunst das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Aber ich halte es aus und kritisiere sachlich, wo ich Kritik üben möchte, zum Beispiel in meinem Blog "Johannes Stürmer Filmkritik".
Kunst ist im Sinne Schillers der einzige Bereich, in dem keine Notwendigkeit herrscht. Der Mensch sei nur dort ganz Mensch, wo er spiele. Und es gibt nun einmal auch subversive Spiele.
Ob ein Aktionsbündnis dazu aufruft, Angela Merkel und Walter Steinmeier bei E-Bay zu versteigern, oder ob Xavier Naidoo die Bauern aufruft, sich mit der Forke gegen ihre Unterdrücker zu wehren, ist natürlich subversiv, denn es kratzt an dem Selbstverständnis unserer Politiker. Aber eine Demokratie muss Kritik aushalten.
Neulich war der Tag der Pressefreiheit.
Auch dieser Bürgerrechts-Artikel des Grundgesetzes wird immer mehr ausgehöhlt, denn „rechtspopulistische“ Meinungen werden von den Mainstream-Medien ausgegrenzt und als „Schmierereien“ oder „Verschwörungstheorien“ stigmatisiert. Niemand soll auf die „Wahrheiten“ aufmerksam werden, die jene vertreten, die sich ebenfalls Sorge um die Zukunft unserer Demokratie machen.
Das Label „rechtspopulistisch“ ist ein politischer Kampfbegriff, der die öffentliche Meinung zur Zeit allenthalben bestimmt. Wer aus der Reihe tanzt und damit Erfolg hat, wird, wie Xavier Naidoo, damit versehen und bei unkritischen Geistern dadurch aus dem Diskurs getilgt. Der Herr Professor [1] weigerte sich auf SWR2 demonstrativ, das Lied einer literarischen Interpretation zu unterziehen, weil er es „eindeutig“ für einen „widerwärtigen, dummen, rechtsradikalen Text“ hält.
Xavier Naidoo, der „Kerl, der sehr gut verdient“ rufe in seinem Song zu „Mord und Totschlag“ auf, was so überhaupt nicht stimmt. Mich erschreckt das Vokabular, das solche „Wissenschaftler“ bei ihrer „Argumentation“ benützen, wie erst neulich, als ein anderer Kommentator auf SWR2 von dem „dreckigen Maul“ Bernd Höckes sprach. Der politische Gegner wird so einfach entmenschlicht. Das eben ist das Gegenteil von Pressefreiheit, wie ich sie verstehe. Das ist „Beleidigung“.
Das Lied, das unsere Literaturkritiker „zum Kotzen“ finden, wird von unseren Rechteverwaltern auf Youtube ständig gelöscht, so dass man sich kaum ein eigenes Urteil bilden kann.

Freitag, 5. Mai 2017

Die Inkarnation Ahrimans im Westen, Fortsetzung

Am Mittwochabend war der zweite Zweigvortrag in Schwäbisch Hall, den ich besuche. Dieses Mal sprach Ralf Gleide über „Die Aufgabe der Anthroposophie im Hinblick auf die Inkarnation Ahrimans“. Der hochgewachsene, sympathische Vortragsredner hatte noch mehr Zuhörer als seine Partnerin Ricarda Murswiek am Mittwoch zuvor. Ralf Gleide ist 1964 geboren. Im Internet gibt es die Aufzeichnung eines Vortrages, den er am 5. April 2014 bei einer „Jakob-Böhme-Tagung“ in Görlitz gehalten hat.[1]
Auch er spricht ruhig und konzentriert und behandelt das anspruchsvolle Thema, ausgehend von den Angaben Rudolf Steiners, eigenständig und adäquat.
Ralf Gleide spricht zuerst davon, dass sowohl Luzifer, der etwa 3000 vor Christus als Mensch in China verkörpert war, als auch Ahriman, der sich laut Rudolf Steiner „ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird“ (Vortrag vom 1. November 1919 in Dornach) im Westen (Amerika?) als Mensch verkörpern wird, den Menschen wichtige Anregungen gebracht hat, beziehungsweise bringen wird, wenn sie wach genug sind, um ihren Wirkungen nicht unbewusst zu verfallen: Luzifer hat der Menschheit die Weisheit geschenkt, die bis in die griechischen Mysterien wirksam war. Ahriman nun schenkt der Menschheit den umfassenden und intelligenten Umgang mit der irdischen Materie.  Aber, so sagt Ralf Gleide, Ahriman ist nicht selbstlos. Er habe eine „Hidden Agenda“, eine verborgene Absicht. Diese müssen die Menschen durchschauen, um sein wahres Wesen zu erkennen. Das können sie im Grunde nur mit der christlichen Mysterien-Weisheit, die Rudolf Steiner der Menschheit am Beginn des 20. Jahrhunderts und am Beginn des „lichten Zeitalters“ geschenkt hat.
Die verborgene Absicht Ahrimans ist heute für denjenigen, der die Ereignisse mit der Geisteswissenschaft im Rücken wach miterlebt, deutlich zu erkennen. Er möchte aus der Erde einen „Computerpark“ machen und den Menschen so „verbessern“, dass es keine Krankheit, kein Alter und keinen Tod mehr für ihn gibt, also genau die Ziele der sogenannten Transhumanisten, die der Spiegel in seiner Titelgeschichte zu Ostern 2017 präsentierte[2].
Die Stoßrichtung dieser Bestrebungen, die der 41jährige  Israeli Yuval Noah Harari in seinem neuesten Buch „Homo Deus – eine Geschichte von Morgen“ beschreibt, zielt auf ein Mischwesen zwischen Biologie, Gentechnik und Maschine, von dem schon der Dr. Frankenstein Mary Shelleys träumte, dessen „Monster“ 1931 in dem Universal-Picture „Auferstehung“ feierte[3].
Ralf Gleide zitiert aus dem Buch „Menschheit 2.0“ (The Singularity is near, deutsch: 2013) von Raymund Kurzweil, dem jüdischen Zukunftsforscher, der am Massachusetts Institute of Technology studiert hat, und heute „Leiter der technischen Entwicklung“ („Director of Engineering“) bei „Google“ ist. Der Forscher wurde bekannt durch sein Buch „Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz“ (The age of intelligent machines), das bereits 1993 auf Deutsch bei Hanser  erschienen ist.
Für mich ist es wieder einmal interessant, dass es ausgerechnet Juden sind, die hier Ahriman schriftstellerisch den Weg bereiten. Andererseits komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass gerade das die Mission ausgewählter, einflussreicher Juden ist, wie es einst die Mission Judas‘ war, den Christus zu verraten und dadurch dafür zu sorgen, dass das „Mysterium von Golgatha“ (Rudolf Steiner) erfüllt werden konnte. Auch die Inkarnation Ahrimans muss kommen und irgendwer muss sich real „opfern“, um die Bedingungen zu schaffen, dass sie stattfinden kann. Immer mehr kristallisiert sich für mich eine wesentliche jüdische Beteiligung dabei heraus. Die Zeugnisse sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings ist es gefährlich, offen darüber zu sprechen, denn dadurch setzt man sich den übelsten Vorwürfen aus. Aber es geht ja gerade darum, dass man das Geschehen der Inkarnation Ahrimans im Körper eines Menschen und all die Umstände, die dazu seit langem im Gange sind, sachlich betrachten lernt.
Da darf man keine Angst davor haben, als „Antisemit“ diffamiert zu werden, wie so viele vor mir, angefangen von Martin Luther, über Richard Wagner und Martin Walser bis zu Günther Grass, um nur einige prominente Beispiele zu nennen. Setzt man sich mit den so inkriminierten Autoren und ihren indizierten Werken auseinander, so merkt man schnell, dass deren Argumente fundiert und durchaus nachvollziehbar sind.
Auch das ist eine Methode Ahrimans: das Denken von vorneherein in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken, eben weg von der geistigen Betrachtungsweise, oder anders ausgedrückt, weg von der Wahrheit.
Insbesondere die (vorwiegend von Juden kontrollierten) Medien arbeiten seit etwa hundert Jahren daran, den Menschen ihren „inneren Kompass“ zu nehmen, der mit den drei griechischen Idealen zusammenhängt, die Sokrates aus den Mysterien empfangen hat: das Wahre, das Schöne und das Gute. Immer weniger Menschen  können logisch denken (Logik: das Wahre), moralisch handeln (Ethik: das Gute) oder ein Kunstwerk ästhetisch beurteilen (Ästhetik: das Schöne)[4].
Das ist die eigentliche Tragik unserer Zeit, die jene drei Ideale nur noch in der Verballhornung kennt, als die Aufschrift 1968 an der Frankfurter Oper, die bis heute existiert, von rebellierenden Studenten abgeändert wurde in „die guten schönen Waren“.
Auch der Neoliberalismus, dem seit nun beinahe 30 Jahren auch die einst rebellierenden Studenten verfallen sind, ist eine Erfindung eines Ahriman-Schülers:  Der jüdische Ökonomie-Professor an der University of Chicago, Milton Friedmann (1912 – 2006), hat für seine Entdeckung des wirtschaftlichen Neoliberalismus, den er als Gegenpol zur sozialen Marktwirtschaft von John Maynard Keynes verstand,  1976 den Nobelpreis erhalten. Die Jüdin Naomi Klein hat die Folgen des Neoliberalismus bis in verdeckte Aktionen von Milton-Schülern („Chicago School of Economics“) zum Beispiel beim „Regime-Change“ in Chile 1973 oder in Russland unter Jelzin akribisch untersucht und dazu das wichtige Buch „The Schock-Doctrine – The Rise of Disaster-Capitalism“ (Kanada 2009) geschrieben, das leider viel zu wenig bekannt ist.

Ralf Gleide beendet seinen Vortrag damit, dass er die Zuhörer ermahnt, sich anzustrengen, um die vielfältigen Vorbereitungen Ahrimans für seine bevorstehende Inkarnation zu erkennen. Ohne Wachheit werden sie diesem äußerst intelligenten geistigen Wesen unterliegen, denn das „Völkchen merkt den Teufel nie, auch wenn er es am Ärmel hätt“ (Goethe, Faust 1. Teil).




[3] In der erwähnten Osternummer des „Spiegels“ ist ein Foto des Monsters, das von Boris Karloff verkörpert wird, auf Seite 20 abgedruckt.
[4] Siehe den Zeit-Beitrag vom 29. Dezember 2015 von David Schmitt als Teil der Serie „Einführung in die Philosophie“: http://blog.zeit.de/schueler/2015/12/29/platon-und-sokrates-gesprache-ueber-philosophie/